Hash-Chain-Viewer

Manipulationssichere Verkettung der Audit-Einträge per kryptografischer Hash-Chain und RFC-3161-Zeitstempel: der Vertrauensanker für GoBD.

Jeder Eintrag im Audit-Log wird kryptografisch mit seinem Vorgänger verkettet: Über einen SHA-Hash entsteht eine lückenlose Kette, in der jede nachträgliche Änderung einer Vergangenheit-Zeile alle nachfolgenden Hashes ungültig macht. Der Hash-Chain-Viewer macht diese Verkettung sichtbar und prüfbar und verankert sie regelmäßig per RFC-3161-Zeitstempel bei einer externen Trusted Service Authority (TSA).

Wofür brauche ich das?

Sie brauchen den Hash-Chain-Viewer immer dann, wenn Sie die Integrität Ihrer Audit-Daten gegenüber Dritten belegen müssen, typischerweise bei einer Betriebsprüfung, einer GoBD-Verfahrensdokumentation oder einem internen Compliance-Review. Die Verifikation zeigt nicht nur, dass die Kette intakt ist, sondern auch wo sie gegebenenfalls gebrochen wäre, sodass sich Manipulationsversuche eindeutig lokalisieren lassen.

So nutzen Sie den Hash-Chain-Viewer

  1. Öffnen Sie Verwaltung → Audit-Chain-Viewer. Der Bereich ist nur für Verwaltung und System Manager zugänglich.
  2. Wählen Sie oben die Firma, deren Audit-Chain Sie prüfen möchten. Ohne Firma-Auswahl wird kein Eintrag angezeigt.
  3. Geben Sie den DocType ein (z. B. Ausgangsrechnung, Banktransaktion). Die Hash-Chain wird pro Firma und DocType geführt.
  4. Optional: Verfeinern Sie über Aktion (create, update, delete, …), User und Datumsbereich.
  5. Klicken Sie auf Hash-Kette verifizieren. Das System rechnet die komplette Kette nach und zeigt das Ergebnis als Pipeline an: grüne Punkte für valide Einträge, rote Punkte ab der Bruchstelle. Bei einem Bruch erhalten Sie den Index und den Namen des betroffenen Eintrags.
  6. Über CSV-Export sichern Sie die aktuell gefilterten Einträge inklusive Hash-Werte für Archiv oder Steuerberater.
  7. Die regelmäßigen TSA-Anchors laufen automatisch per Cron. Bei Bedarf kann ein System Manager über die Anchor-API einen Ad-hoc-Anchor erzeugen oder einen bestehenden Anchor neu verifizieren (PKCS#7-Signaturprüfung gegen das TSA-Zertifikat).

Wichtige Hinweise

  • Die Hash-Chain wird pro Firma und pro DocType separat geführt; jede Kette beginnt mit einem Initial-Hash.
  • Die Verifikation lädt die komplette Kette für den gewählten DocType. Bei sehr vielen Einträgen kann der Vorgang einige Sekunden dauern.
  • Die Pagination zeigt jeweils 50 Einträge pro Seite. Die Verifikation prüft unabhängig davon den vollen Datenbestand.
  • Ein Bruch der Kette bedeutet nicht automatisch böswillige Manipulation; auch fehlerhafte Migrationen oder Datenbank-Inkonsistenzen können die Ursache sein. Eskalieren Sie jeden Bruch sofort an den Support.
  • TSA-Anchors werden über einen externen Zeitstempel-Dienst nach RFC 3161 signiert. Damit ist nicht nur die Reihenfolge, sondern auch der Zeitpunkt der Einträge fälschungssicher dokumentiert.
  • Anchor-erstellen dürfen nur System Manager. Verwaltung kann Anchors lesen und verifizieren, aber nicht neu setzen.

Rechtsgrundlagen

  • § 146 Abs. 4 AO: Unveränderbarkeit der Buchführung; Änderungen müssen so protokolliert sein, dass der ursprüngliche Inhalt feststellbar bleibt.
  • GoBD 2019, Rz. 107 ff.: Anforderungen an die Unveränderbarkeit elektronischer Aufzeichnungen, insbesondere kryptografische Sicherung.
  • RFC 3161: Internet X.509 Public Key Infrastructure Time-Stamp Protocol; Grundlage der TSA-Anchors.
  • Art. 32 DSGVO: Integrität als Schutzziel der Verarbeitung.

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